wie pr um die strategiehoheit kämpft
Das derzeit offene Rennen um die Meinungsmacht im Web2.0 macht deutlich, dass sich (auch) PR-Agenturen mit einem neuen Wettbewerbsumfeld auseinandersetzen müssen. Das führt vor allem dazu, dass das eigene Angebotsspektrum oft kritisch hinterfragt wird. In diesem Kontext wird gerne betont, dass vor allem die Disziplin der PR mit seinen Wurzeln in dialogischen und symmetrischen Beziehungsmodellen einen Wettbewerbsvorteil besitzt.
Die Beziehung zum Konsument als Endabnehmer der kommunikativen Wertschöpfung ist aber in den vergangenen Jahren von der PR deutlich vernachlässigt - bisweilen sogar ignoriert - worden. Und das, obwohl dieser immer dominierender geworden ist. Für die PR muss damit der Schlachtruf “(Wieder-)Entdeckung der Konsumenten” lauten. Werbe- und Media-Agenturen haben zu diesem Zweck bereits seit den 80er Jahren die Disziplin “Strategische Planung” ins Geschäftsmodell aufgenommen. Dahinter verbirgt sich das systematische Verständnis von Ziel- und Bezugsgruppen, ihren Medienwelten, die Analyse relevanter Markt- und Wettbewerbsstrukturen sowie die Anwendung des Zeitgeistes aus der Konsumentenperspektive.
Mit dem Beherrschen und Übertragen dieses Instrumentariums auf dialogische Media Relations Prinzipien in von Empowerment und Interaktivität geprägte Medienumfelder, meldet sich die Disziplin der PR am Tisch der strategischen Kommunikationsplanung zurück. Dies geschieht vor allem durch die Verheiratung der PR-Tradition des Storytelling mit dem Planning. Storyplanning wird so zu einer neuen Kernkompetenz zeitgenössischer PR, die sich auf das veränderte Mediennutzungsverhalten von Konsumenten einstellt. Wir diskutieren diese Kompetenz in den Kategorien Denken & Machen.